Das Angebot der GUS umfaßt eine Vielzahl der Meßverfahren der Oberflächen-Geophysik.
Neben der Durchführung von Meßkampagnien (Planung, Messung, Auswertung der Meßdaten, Berichterstellung)
bieten wir auch die Auswertung "fremder"
Meßdaten an und vermitteln geophysikalische Software.
Die Anwendung geophysikalischer Verfahren bedarf i.allg.
einer ausührlichen und fachgerechten Planung. Unser Herr Flinspach (Tel: 0721-386461) berät Sie gerne.
Zu unseren geophysikalischen Meßverfahren finden Sie kurze Beschreibungen und Anwendungsbeispiele. Unser Angebot im
einzelnen:
Beschreibung des Verfahrens: Das Geo-Radar-Verfahren wird auch als Boden-Radar oder als
elektromagnetisches Reflexionsverfahren (EMR) bezeichnet.
Ein Sender mit einer Zentralfrequenz zwischen ca. 20 MHz und 2.5 GHz strahlt einen kurzen Impuls ab. Die
elektromagnetische Welle breitet sich im Untergrund aus und wird bei Änderungen elektrischer oder magnetischer
Parameter (elektrische Leitfähigkeit, Dielektrizitätskonstante, magnetische Permeabilität) reflektiert.
Das in einen Empfänger reflektierte elektrische Feld wird aufgezeichnet. I. allg. werden Sender und Empfänger
entlang von Profilen gemeinsam über das Untersuchungsgebiet gezogen, wobei der Sender in regelmäßigen
Abständen Impulse abstrahlt. Dabei wird der Untergrund gleichsam "durchleuchtet".
Die Stärke und die Form der Reflexionen erlaubt Rückschlüsse auf die Beschaffenheit reflektierender Objekte.
Aus der Laufzeit von Reflexionen kann bei Kenntnis der Ausbreitungsgeschwindigkeit elektromagnetischer Wellen im
Untergrund die Entfernung des Reflektors vom Empfänger bestimmt werden.
Die maximale Untersuchungstiefe des Verfahrens wird von der Absorption und Streuung der elektromagnetischen Wellen im
Untergrund und von der Sendefrequenz bestimmt. Die Absorption steigt i. allg. mit dem Wassergehalt und der Mineralisation
der Wässer, sowie mit dem Gehalt polarisierbarer Materialien (z.B. Tonmineralien), im Untergrund. Je kleiner die
Sendefrequenz und die Absorption desto größer die Untersuchungstiefe. Je kleiner die Sendefrequenz, desto
geringer ist aber auch das räumliche Auflösungvermögen des Verfahrens. Bei einer Zentralfrequenz von 500
MHz (300 MHz) kann meist mit einer maximalen Erkundungstiefe von 150 cm (200 cm) gerechnet werden.
Anwendungsgebiete: Das Verfahren eignet sich zur Ortung starker Anomalien der elektrischen oder magnetischen
Eigenschaften in einem einheitlichen Milieu. Dies können Leitungen oder Rohre (metallisch, Beton, Kunststoff),
Armierungen oder Reflektoren wie Fässer, Hohlräume, Steine etc. sein. Die Unterscheidung von Leitungen oder
Rohren und anderen Reflektoren (z.B. Steine) in einzelnen Profilen ist meist nicht möglich. Die Wahrscheinlichkeit
einer Ortung von Leitungen oder Rohren innerhalb der Untersuchungstiefe beträgt rund 85 Prozent.
Wir setzen bei Geo-Radar-Messungen eine Apparatur der Firmen Sensors & Software (pulseEKKO 1000 mit Frequenzen von 225
MHz bis 900 MHz) ein.
Beschreibung des Verfahrens: Die Erschütterungen, die von einer künstlichen Quelle
(Hammerschlag, Sprengung, ..) ausgehen breiten sich als seismische Wellen (Raumwellen, Oberflächenwellen) im
Untergrund aus. Diese seismischen Wellen werden bei Änderungen der elastischen Parameter gebeugt, gebrochen und
reflektiert und gelangen teilweise wieder an die Oberfläche, wo sie von Empfängern, sog. Geophonen, aufgezeichnet
werden. Meßgröße ist meist die Schwinggeschwindigkeit, ggf. auch die Verschiebung oder die Beschleunigung
an der Oberfläche.
Bei Meßanordnung an der Oberfläche sind 2 Meßverfahren üblich, die Reflexionsseismik und die
Refraktionsseismik.
In der Reflexionsseismik werden Abstände zwischen den Geophonen und der seismischen Quelle
benutzt, die kleiner sind als die Erkundungstiefe. Die Meßanordnung wird entlang von Profilen versetzt. Aus den
Meßwerten werden durch computergestützte Algorithmen jene Seismogramme berechnet, die bei gleicher Lage von
seismischer Quelle und Empfänger (zero-offset) zu erwarten sind. Auffällige Reflektoren in diesen Seismogrammen
zeigen Änderungen der Dichte oder der seismischen Impedanz und weisen auf geologische Schichtgrenzen hin. Bei kleinen
Laufzeiten überlagern Oberflächenwellen die reflektierten Raumwellen, so daß die Reflexionsseismik i. allg.
erst ab Tiefen von ca. 50 m eingesetzt werden kann. Das räumliche Auflösungsvermögen des Verfahrens ist gut,
seismische Geschwindigkeiten können meist nur abgeschätzt werden.
In der Refraktionsseismik werden auch Abstände zwischen den Geophonen und der seismischen Quelle benutzt, die deutlich
größer sind als die Erkundungstiefe. Beobachtet werden die Laufzeiten refraktierter Raumwellen. Diese Raumwellen
werden an Schichtgrenzen gebrochen, an denen die seismischen Geschwindigkeiten zunehmen. Das Verfahren ermöglicht die
Bestimmung seismischer Geschwindigkeiten und die Ortung seismischer Schichtgrenzen, welche auf geologische Schichtgrenzen
hinweisen. Das räumliche Auflösungsvermögen ist i.allg. geringer als in der Reflexionsseismik.
Kann das zu untersuchende Volumen aus mehreren Raumrichtungen "durchschallt" werden, ist das Verfahren der seismischen
Tomographie anwendbar. In einer typischen Meßanordnung werden die Lokationen von Sender und Empfänger in
Bohrlöchern variiert und das Volumen zwischen den Bohrlöchern wird "durchschallt". Bei der Auswertung wird ein
seismisches Modell ermittelt, das die gemessenen Laufzeiten oder Amplituden hinreichend genau beschreibt. Das Verfahren
eignet sich z.B. für die Ortung von Hohlräumen oder Störungszonen. Die GUS führt keine
bohrlochgeophysikalsichen Messungen durch, kann aber die Auswertung der Meßdaten übernehmen.
Anwendungsgebiete: Seismische Verfahren besitzen zahlreiche Anwendungen, wie die Erkundung des geologischen
Schichtaufbaus im Untergrund, z.B. zur Ermittlung der Felskante bei der Planung von Strassen- oder Schienen-Trassen,
Tiefgaragen, etc. oder die Bestimmung der Mächtigkeit von Schlammablagerungen in Flüssen und Seen, wie die
Ortung von Störungszonen oder Hohlräumen oder wie die Ermittlung elastischer Parameter, z.B. der Scherfestigkeit,
im Untergrund.
Hochfrequente seismische Messungen können zur zerstörungsfreien Prüfung von Werkstoffen oder Bauwerken
eingesetzt werden.
Für geologische Fragestellungen verwenden wir eine 24-kanalige Meßapparatur der Firma Geometrics,
meist in der Meßanordnung der Refraktionsseismik.
Beschreibung des Verfahrens: Erschütterungsmessungen dokumentieren die
Erschütterungsbelastung von Menschen oder Gebäuden infolge von Sprengungen, Bauarbeiten, Strassen- oder
Schienenverkehr etc. Die einschlägigen DIN und VDI Richtlinien setzen für die Erschütterungsbelastung
Anhaltswerte fest und ermöglichen eine Einstufung der Erschütterungen. Die Erschütterungen werden mit
Seismometern in 3 orthogonalen Raumrichtungen gemessen. Meßgröße ist die Schwinggeschwindigkeit.
Für die Beurteilung der Erschütterungsbelastung eines Gebäudes sind i.allg. parallele Messungen am
Fundament und auf der obersten Geschossdecke notwendig.
Anwendungsgebiete: Erschütterungsmessungen nach DIN 4150 werden meist bei Spreng- oder Bauarbeiten zur Überwachung oder
zur Beweissicherung durchgeführt. Wir führen auch kombinierte Meßprogramme durch, z.B. die gleichzeitige Messung von Erschütterungen und Fugenweiten an bestehenden Rissen.
Beschreibung des Verfahrens: In der Gleichstrom-Geoelektrik wird dem Untergrund über 2
Elektroden Gleichstrom zugeführt. Dieser Gleichstrom erzeugt zwischen 2 Sonden eine elektrische Spannung
(4-Punkt-Anordnung). Diese Spannung ist die Meßgröße. Die gebräuchlichen Meßanordnungen
unterscheiden sich in der räumlichen Anordnung der Elektroden und Sonden. Meßanordnungen mit einer Vielzahl von
Elektroden verallgemeinern dieses Meßprinzip. Aus der räumlichen Anordnung der Elektroden und Sonden, dem
bekannten Gleichstrom und der gemessenen Spannung kann der elektrische Widerstand im Untergrund berechnet werden. Die
Erkundungstiefe entspricht nach einer Faustregel ca. einem Drittel bis einer Hälfte des Elektrodenabstandes.
Bei 4-Punkt-Anordnungen können 2 Meßprogramme unterschieden werden, die Kartierung und die Tiefensondierung.
Bei der Kartierung werden die Elektroden und Sonden in gleicher Anordnung auf einem - meist quadratischen - Meßraster
bewegt. Somit wird der elektrische Widerstand in einem Tiefenniveau bestimmt. Bei der Tiefensondierung wird an einem
Meßpunkt bei zahlreichen Einzelmessungen der Elektrodenabstand und damit die Eindringtiefe verändert. Im
Ergebnis kann der elektrische Widerstand als Funktion der Tiefe ermittelt werden. Die räumliche Auflösung der
Gleichstrom-Geoelektrik ist gering.
Anwendungsgebiete: Das Verfahren eignet sich zur Kartierung deutlicher Änderungen des elektrischen Widerstandes
im Untergrund, z.B. zur Bestimmung der Tiefenlage des Grundwasserhorizontes (v.a. in ariden Gebieten) oder zur Ortung
von Lagerstätten, Erosionsrinnen, Deponiegrenzen etc.
Beschreibung des Verfahrens: Geomagnetische Messungen erfassen Anomalien des erdmagnetischen
Feldes. Ursache der Anomalien können magnetisierbare Gesteine oder Einlagerungen im Untergrund, sowie Störquellen
(Zäune, Stromleitungen, ...) sein. Die Anomalien setzen sich aus einem induzierten und einem remanenten Anteil
zusammen. Die induzierte Magnetisierung wird im magnetisierbaren Material durch das äußere Magnetfeld erzeugt.
Die remanente Magnetisierung ist dauerhaft und unabhängig vom Erdmagnetfeld. Magnetisierbare Mineralien sind meist
Oxide (z.B. Magnetit) oder Sulfide des Eisens. Magnetisierbare Einlagerungen bestehen meist aus Eisenschrott
Metallfässer, Autoteile, etc.).
Bei geomagnetischen Messungen muß die tageszeitliche Schwankung des Erdmagnetfeldes an einem Basispunkt erfaßt
werden. Die Meßwerte sind vor einer Interpretation zu korrigieren. Die Abschätzung der Tiefe eines
Störkörpers ist schwierig und kann durch die Messung des Vertikalgradienten der Totalintensität des
Magnetfeldes verbessert werden.
Anwendungsgebiete: Das Verfahren eignet sich zur Ortung magnetisierbarer Mineralien, v.a. aber zur Ortung
eisenhaltiger Einlagerungen im Untergrund. So gelingt die Ortung von Blindgängern, Fässern, etc. oder die
Eingrenzung eisenhaltiger Bauschuttdeponien. Das Verfahren eignet sich auch zur Ortung von Armierungen an Bauwerken oder
für archäologische Fragestellungen.
Beschreibung des Verfahrens: Ziel des Meßverfahrens ist die Ermittlung von
Dichtekontrasten im Untergrund. Meßgröße ist die Schwerebeschleunigung. Diese wird mit sog. Gravimetern
gemessen. Störkörper mit größeren Dichten als das umgebende Material verstärken die
Schwerebeschleunigung, Störkörper mit kleineren Dichten als das umgebende Material verringern die
Schwerebeschleunigung. Vor einer Interpretation der Meßwerte sind zahlreiche Korrekturen anzubringen, die z.B. den
Einfluß der Gezeiten, der Höhe des Meßpunktes über einem Bezugsniveau und der Topographie auf die
Meßwerte berücksichtigen. Ohne weitere Daten, z.B. aus Bohrungen, kann die Tiefe von Störkörpern nur
geschätzt werden.
Anwendungsgebiete: Das gravimetrische Meßverfahren eignet sich zur Ortung ausgedehnter Störkörper
mit einem starken Dichtekontrast zur möglichst homogenen Umgebung. So können ausgedehnte Hohlräume oder
Salzstöcke lokalisiert werden.